von Frank Nord (Autor) am

Konami wagt den Sprung in die nächste Generation. Mit PES 2015 ist der neue Ableger der Fußball-Simulation nun auch auf der Xbox One und der Playstation 4 spielbar. Kann Konami mit neuen Features wie dem myClub Modus und Live Updates zu FIFA 15 aufschließen?

PES 2015 macht es einem nicht einfach. Die Vorfreude auf den Titel war riesig, denn Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft. FIFA, der Platzhirsch aus dem Hause EA, hat in den letzten Ausgaben viel richtig gemacht und gerade mit dem FUT-Modus einen absoluten Suchtfaktor ins Spiel implementiert. FIFA sieht dazu überragend aus, was PES 2015 nicht tut.

Sobald man die Spieler in der Nahaufnahme sieht, hat man nicht das Gefühl, dass man gerade einen Titel für die neue Konsolengeneration spielt. Die Körper und vor allen Dingen Gesichter der Spieler wirken kantig und lieblos – zumindest in den Nahaufnahmen.

Wer mit fiktiven Vereins- und Spielernamen leben kann, wird mir PES 2015 eine tolle, zurzeit sogar führende Simulation auf dem Markt erhalten.In der Distanzansicht, also während des eigentlichen Spiels, ist der Ableger optisch nicht besonders von FIFA 15 zu unterscheiden.

Die Torhüter werden euch oft zur Verzweiflung bringen.
Die Torhüter werden euch oft zur Verzweiflung bringen.


Lizenzen – das große Manko?

Im Gegensatz zu FIFA kommt PES nur mit einigen Lizenzen daher, die deutsche Bundesliga fehlt zum Beispiel völlig. Lediglich ein paar Vereine wie zum Beispiel der FC Bayern oder Bayer Leverkusen lassen sich unter „Rest der Welt“ wiederfinden. Das ist schade, denn irgendwie mag keine richtige Stimmung aufkommen, wenn man mit Inter Mailand gegen Man Blue (Manchester City) antreten muss.

Dieser Kritikpunkt trifft sicherlich nicht für alle Spieler zu. Wer mit fiktiven Vereins- und Spielernamen leben kann, wird mir PES 2015 eine tolle, zurzeit sogar führende Simulation auf dem Markt erhalten.

Das Gameplay – Es war niemals besser…

Im Bereich Gameplay läuft PES 2015 der Konkurrenz in diesem Jahr meilenweit voraus. Der Schlüssel dafür ist das brillante Verhalten der Mitspieler, denn dieses gestaltet sich überaus intelligent. Sobald man im Ballbesitz ist, bieten sich sofort mehrere Teamkameraden an und fordern den Ball. Dabei sind Stürmer zu beachten, die in Gassen laufen und auf einen Steilpass warten oder Flügelspieler, die sich den Platz für eine aussichtsreiche Flankenposition erkämpfen.

Dadurch entstehen viele Möglichkeiten im offensiven Spiel, die auch sehr gut mit euren taktischen Vorgaben skalieren. Ein Beispiel: Stellt ihr euer Team dahingehend ein, dass der Aspekt der Positionstreue zu vernachlässigen ist, werden eure Mitspieler alles tun, um in der Hälfte des Gegners Anspielstationen zu schaffen. Allerdings wirkt sich dieses taktische Konzept auch auf die Kondition der Spieler aus und man muss aufpassen, dass man die Spieler in der Pause nicht im Sauerstoffzelt abholen muss.

Zusammenfassend kann man sagen, dass PES 2015 sich runder und stimmiger anfühlt als FIFA 15.Zusammenfassend kann man sagen, dass PES 2015 sich runder und stimmiger anfühlt als FIFA 15. Einen großen Anteil daran hat die Player-ID. Diese sorgt dafür, dass sich jeder Spieler anders spielt aufgrund seiner ganz eigenen Attribute. Das bedeutet für den Spieler vor dem Schirm, dass man sich die eigene Mannschaft wirklich erschließen und erlernen muss. Denn nur, wenn man um jede individuelle Stärke der Spieler weiß, kann man ganz vorne mitspielen.

Mit einem Arjen Robben flitzt ihr über die Flügel, während ein Lewandowski über die Flügel fast gar nicht zu gebrauchen ist, sondern seine Stärken im Strafraum hat. Euer Spiel wird dadurch stark geprägt, weil ihr mit jedem Spieler andere Möglichkeiten besitzt.

Im Gegensatz zu FIFA 15 hat man bei PES 2015 das Gefühl, dass man mehr Freiheiten in der Kreation von Chancen hat. Verfällt man bei FIFA schnell in gefestigte Muster, wird man in PES 2015 ständig mit neuen Situationen konfrontiert.

Die Stadien sind schön und stimmungsvoll.
Die Stadien sind schön und stimmungsvoll.


Tutorials – Nötig und gut

Auch wenn sich an der Steuerung im Vergleich zum Vorgänger nicht wirklich viel geändert hat, ist sie im aktuellen Ableger intuitiver. Viele Aktionen wurden vereinfacht und man muss keine Fingerübungen mehr machen, um einen Doppelpass oder einen Übersteiger auszuführen.

Das starke Tutorial führt auch absolute Neulinge spielend an die Steuerung heran, indem es den Spieler Standards üben lässt oder Zweikämpfe in verschiedenen Zusammensetzungen. Vor jeder Situation wird eine kleine Einführung gegeben und die Übung wird solange wiederholt, bis man sie bestanden hat. Die meisten Übungen machen sogar richtig Spaß und reizen auch beim x-ten Male dazu, den Highscore zu knacken.

Der Weg zum Torerfolg ist steinig, denn es gibt allerlei Aspekte, die Einfluss ausüben.Von Schüssen, Paraden und Toren

Der Weg zum Torerfolg ist steinig, denn es gibt allerlei Aspekte, die Einfluss ausüben. Eure Stellung zum Ball, die individuelle Schussqualität des Schützen und der Skill des Torhüters entscheiden über Sieg oder Niederlage. Mit der R2-Taste kann man kurz vor dem Schuss das Tempo herausnehmen und einen langsameren, aber platzierteren Schuss ansetzen. Die Flugkurve bei einem angeschnittenen Ball wirkt derart realistisch, dass man schnell an eine TV-Übertragung denken muss.

Doch PES 2015 spielt nicht nur in der Offensive seine Stärken aus, sondern auch in der Defensive. Wie auch zuletzt sorgt die Quadrat-Taste dafür, dass ihr in der Verteidigung einen anderen Spieler zur Hilfe ruft und dieser setzt dem ballführenden Spieler dann auch ordentlich zu. Die Animationen im Zweikampf sind nicht ganz so rund wie die von FIFA, können aber Schritt halten.

Meister? Nein, danke!
Ähnlich wie EA verpasst es auch Konami, seinem vom Potential her stärksten Spielmodus (Werde zur Legende) einen ordentlichen Kick zu verpassen. Der Modus wirkt lieblos, weil wesentliche Elemente (Interviews, etc.) fehlen. Hier muss das große Beispiel NBA 2k15 heißen, denn die Entwickler dort haben ganze Arbeit geleistet und ihren Spielmodus myCareer zu einem wahren Meilenstein entwickelt. Für beide Fußball-Simulationen muss an dieser Stelle eine dringende Empfehlung zur Nachbesserung ausgesprochen werden.

Fazit

Es ist ein zweischneidiges Schwert: Wer Fußball mit Lizenzen und einer schicken Darbietung haben möchte, muss weiterhin zu FIFA greifen. Puristen hingegen, die Fußball als Rasenschach verstehen, werden sich bei PES wohler fühlen, da es weniger arcadelastig ist als die Konkurrenz. Für uns ist PES 2015 in diesem Jahr um eine Nasenlänge der Konkurrenz voraus. Sollte Konami in Zukunft auch die Präsentation etwas liebevoller angehen, dürfte der Platzhirsch aus dem Hause EA ernsthaft ins Wanken geraten.

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