von Frank Nord (Autor) am

Remakes alter Klassiker kommen in Mode. Doch braucht auch Metro 2033 ein Remake? Immerhin diente es über Jahre als Benchmark für Gaming-PCs. Doch die Neuauflage zeigt, dass die Entwickler jede Menge Liebe und Schweiß in das Projekt gesteckt haben. Das Endergebnis kann sich sehen lassen, denn das Original wurde in jeder Hinsicht verbessert.

Manche Spiele handeln von Menschen, ihren Sorgen, ihren Hoffnungen und ihren Träumen. Auch im Universum von Metro werden diese Aspekte aufgegriffen und wiegen um ein Vielfaches so schwer. Denn in den dunklen Gängen der Moskauer Metro wohnen die Überlebenden, die sich rechtzeitig vor dem Atomschlag retten konnten. Viele der dort lebenden Menschen sind dort aufgewachsen, kennen das Tageslicht nur aus Erzählungen.

Metro Redux erzählt die Geschichte von Menschen, die sich mit ihrem Schicksal abgefunden haben und sich in einem alltäglichen Überlebenskampf befinden. Die Überlebenden haben sich in der Metro eingerichtet und jeder der ehemaligen U-Bahn-Stationen hat sich wie eine eigene Stadt entwickelt, mit eigenen Gesetzen und Lebensbedingungen.

In dieser dystopischen Welt schlüpft der Spieler in die Rolle des 20-jährigen Artjom, der der Bitte des bekannten Stalker Hunter nachkommt, um eine Person namens Miller in der Station Polis zu finden. Dazu muss Artjom sich durch verlassene Tunnel kämpfen, an der eisigen Oberfläche bestehen und sich mit den bösen Mächten der Metro auseinandersetzen. Die größte Gefahr für die Bewohner der Metro sind die „Schwarzen“, mit denen sich auch Artjom häufig konfrontiert sieht.

Die Lichteffekte sehen unfassbar gut aus
Die Lichteffekte sehen unfassbar gut aus

Metro 2033 basiert auf dem dystopischen Roman Metro 2033 des russischen Autors Dmitri Glukhovski aus dem Jahr 2007.

An der Oberfläche ist Metro Redux ein typischer Shooter, der durch eine durchdachte und fesselnder Geschichte getrieben wird. Unter der Oberfläche verbirgt sich aber ein durchdachtes Konzept, welches den Spieler viele Abschnitte des Spiels auch ohne den Einsatz von Waffen meistern lässt. Der Einsatz von Schusswaffen hilft in den wenigsten Fällen, da man nur zusätzliche Gegner auf sich zieht. Die bessere Lösung ist häufig, sich in der Dunkelheit zu verbergen, die Gegner auszugucken und im passenden Moment in die nächste Deckung zu kriechen.

Wenn man durch die einsamen Tunnel der Metro wandert, die Gegend und herumliegende Leichen nach Munition absucht, merkt man erst, wie klaustrophobisch dieses Spiel ist. Der Spieler wird die meiste Zeit damit verbringen, sich durch die dunklen Gänge der Metro zu schleichen, mit Mutanten als einzigen Wegbegleitern. Jedes Geräusch treibt einem sofort die Furcht durch die Adern und man springt in den Schatten, obwohl im Endeffekt gar nichts passiert ist.

Atmosphärisch gab es in den letzten Jahren wenige Spiele, die eine dichtere und bedrückendere Umgebung geschaffen haben. Das liegt in erster Linie auch an der brillanten Grafik, in der das Spiel daherkommt: Gestochen scharfe Bilder zieren den Bildschirm und man bleibt an vielen Stellen stehen, um die tolle Umgebung in sich aufzusaugen. Besonders die Lichteffekte tragen ihren Teil dazu bei, die Metro zu einem beängstigenden Platz werden zu lassen. Denn Licht ist spärlich vorhanden. Leuchtet man dann mit seiner Taschenlampe die dunklen Gänge aus, wird man von feinen Lichtpartikeln überrascht, kann den Staub in der Luft sehen und die schmierigen, feuchten Wände bestaunen.

Nicht viel zu sehen? Viele Passagen erkundet der Spieler im Dunkeln.
Nicht viel zu sehen? Viele Passagen erkundet der Spieler im Dunkeln.

Überhaupt ist Licht ein wichtiger Bestandteil des Gameplays, dann es kann dem Spieler sowohl von Vor- als auch von Nachteil sein. Generell bietet es sich in vielen Passagen an, sämtliche Lichtquellen auszuschalten, um die Gegner entweder zu verwirren, um dann im Stillen an ihnen vorbeizuschleichen, oder sie im Dunkeln heimlich auszuschalten. In den engen Gewölben, wo einzelne Lichtquellen viel Raum ausstrahlen, kann der eigene Schatten ein verräterischer Hinweis sein.

Leider sorgen einige Passagen für ordentlichen Frust. An einigen Stellen zwingt das Spiel den Spieler durch nervige Abschnitte, in denen jeder Fehler sofort mit dem Tod bestraft wird. Speicherpunkt werden oft spärlich gesetzt, sodass der Spieler nach seinem Ableben besonders nervige Passagen immer und immer wieder durchlaufen muss. Gerade im vierten Kapitel (Front) ist man extrem genervt, wenn man im Dunkeln über schmale Rohre laufen und springen muss. Sprungpassagen in Ego-Shootern sind sowieso immer blöd, weil man schnell in einen Trial and Error-Wahnsinn verfällt.

Diese kleinen Kritikpunkte dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Metro Redux ein absolutes Highlight des Genres ist. In Puncto Atmosphäre, Licht und Storytelling setzt Metro Redux sich in der Spitzengruppe des Genres fest.

Fazit

Die komplett überarbeitete Version von Metro 2033 kann sich mehr als sehen lassen. Auch Spieler, die das original kennen, sollten definitiv noch einen Blick riskieren, um dieses Meisterwerk in einem aufpolierten, neuen Glanz wahrzunehmen. Metro Redux zeigt, woran sich kommende Titel messen lassen müssen und ist gegenwärtig eines der besten Spiele für die PS4. Kaufen!

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